Einige Erläuterungen zu meiner Wehrdienstzeit in Flensburg / Rendsburg (mit kleiner Familienvorgeschichte)
Glaubt man der Familienchronik, so kam der Opa etwas verspätet, aber lebendig aus dem Krieg zurück. - Er trug einen weißen
Anzug als er in einem Reisebus voller Material und Nahrungsmittel aus dem Krieg nach Hagen zurückkam. Die Goebels hatten
durch die Bomben der Allierten weder Gebäude noch Güter verloren. - Soweit das offizielle Verhältnis zum zweiten Weltkrieg ???
Mein Vater hatte noch eine Pistole und ein Gewehr aus dieser Zeit. - Er selbst ist ein sogenannter "weisser Jahrgang" der nie
dienen musste. - Diese beiden Waffen wurden zuletzt eingesetzt, um "Ratten" auf dem ufernahen Familiengrundstück zu jagen.
Noch vor meiner Teenagerzeit erhielt ich ein Fahrtenmesser und ein ernstzunehmendes Set aus Pfeilen und Bogen geschenkt.
Während meiner Teenagerzeit standen mir 2 Luftgewehre zur Verfügung. Ich war auch Mitglied im örtlichen Schützenverein.
Während der Grundausbildung in Flensburg bietet die Bundeswehr mir als Wehrdienstleistenden eine Laufbahn als Unter-
offizier an, wenn ich bereit bin, mich der "ELOKA" (Russen abhören) Abteilung anzuschliessen. Ich lehne das einfach mal ab.
Später, während einiger Übungswochen auf dem Schießplatz in Puttloss mache ich durch Tagessiege im Bereich Sturm-
gewehr G3 und Maschinengewehr auf mich aufmerksam. Man unterstellt mir eine gewisse Kaltblütigkeit, Ehrgeiz und gute
Konzentration beim Nachtschiessen. Durch Zufall kommt es dabei zur folgender Situation während eines Nachschiessens.
Dunkelheit, Mond, Distanz 400 meter auf Mannscheiben mit dem Maschinengewehr im liegen. - Nachdem der Patronengurt
durch ist, stehe ich auf und werde von der Schiessaufsicht darauf aufmerksam gemacht, das jetzt noch eine Patrone im Lauf ist.
Ich lege also im stehen an und treffe auf 400 meter mit dem MG bei Nacht im stehen ! - Das sieht der Oberleutnant Zugführer.
Er meldet mich zu " mehreren international besetzten Vergleichsschiessen " an. Ich schiesse neue und reparierte Waffen für
den Zug ein und nehme an einem Schiesslehrgang für Panzerfaust bei den Panzergrenadieren teil. - Während einer der zahl-
reichen Feldübungen (Fernmelder sind leider überall und immer mit dabei) erfasst mich eine starke Heuschnupfenallergie.
Ich gebe mein Gewehr bei der Wache ab und fahre einfach mal so per Anhalter nach Hause zu den Eltern. Es kommt zu einem
Disziplinarverfahren und ich muss 20 Tage einsitzen und Wache schieben. Ich stelle einen Antrag auf vorzeitigen Austritt und
verlasse die Bundeswehr 3 Monate eher. - Formal habe ich die volle Wehrdienstzeit abgeleistet. - Nie wieder Bundeswehr ...