ein Architekturentwurf von Dipl. Ing. Volker Goebel / 207 Stunden vom 28.08.07 bis 12.10.2007 / der Weg zu diesen 10 Bildern war lang / 496 Dateien und 589,5 MB / 3 Ortstermine / Fotos / Recherche / Gespräche / 2 Aufmaße & Gedanken. 207 h x 53 € / h = 10.971 Euro (+ 19% MwSt.) (Der Verfasser hat 21 J. Berufserfahrung, ein Vollstudium (Ø 1,7) vorfinanziert und z. Z. eine schwangere Frau zu Hause.)
Aufgabenstellung war die Verlagerung und Erweiterung der bestehenden Rettungswache auf dem Gelände des Krankenhauses in Reinbek.
Das Gelände fällt um ca. 40° von der Hamburger Straße hin zum Krankenhaus. (das Krankenhaus ist in der Zeichnung lediglich transparent angedeutet)
Basis war der Vorentwurf der Architekten Tönies + Schroeter + Jansen aus Lübeck, sowie die Strassenplanung vom Fachplanungsbüro Masuch + Olbrisch in Oststeinbek. (herzlichen Dank für die Vermessungsdaten per Email)
Der von Dipl. Ing. Volker Goebel erarbeitete Entwurf zeigt eine vollständige Rettungswache, die aber bewußt niedrig bleibt um endlich den Blick von der Straße auf das Krankenhaus frei zu machen. (Abriss altes Bestandsgebäude)
Das neu entworfene Gebäude zeigt sich zur Hamburger Strasse hin im wesentlichen eingeschossig, von der Maria-Merkert-Strasse aus sind beide Geschosse sichtbar. Es lagen keine Anhaltspunkte vor, die eine intensivere Nutzung des Grundstücks nahegelegt hätten.


Der Blick vom Krankenhaus zeigt die unmittelbare Nähe zu einem Sauerstofftank und dem elektrischen Anschluß des Krankenhauses der in einem seperaten Gebäude mit Gründach untergebracht ist. (siehe Zeichnung)
Der Entwurf reagiert darauf, indem eine solide Mauer diese seniblen Anlagen vor den schweren Rettungsfahrzeugen schützt. Es ist wahrscheinlich, dass einer der Rettungswagenfahrer die Rechtskurve auf dem Vorplatz im Eifer des Alarmfalles mal nicht sauber fährt und dann von der Mauer gestoppt werden muss.
Die Fassade des Haupthauses ist von den 8 besonders breit angelegten Toren für die Rettungsfahrzeuge bestimmt. (6x RTW Mercedes Benz, 2x NEF BMW X3) Sichtbar sind weiterhin die Türen der Wachleiterbüros zum Balkon, der Blicke auf den Vorplatz und die Aufenthaltsterrasse ermöglicht. Die Fenster der Wachleiterbüros sind bewußt so tief angelegt, damit die Wachleiter vom Schreibtisch aus einen guten Blick auf den Vorplatz erhalten.
Die beiden Bäume im Bild sind integrierte Bestandsbäume und stehen entsprechend der Baumschutzsatzung der Stadt Reinbek unter Schutz.


Der Entwurf hat mich bis zu diesem Stand 207 Stunden intensiv beschäftigt. Darin sind 3 Ortstermine in Reinbek enthalten. Die wesentlichen Einflussfaktoren waren die Gespräche und Telefonate mit den Rettungssanitätern, das schwierige Gelände mit seinen Strassen, und der Wunsch und Wille eine würdige Zweckarchitektur zu definieren, die den Bedürfnissen der Rettungsmannschaft und Ihren Arbeitsabläufen sehr nahe kommt, ohne die finanziellen Rahmenbedingungen des Kreis Stormarn zu strapazieren.
Ich habe bis jetzt noch keinerlei Bezahlung erhalten (22 Oktober 2007) und werde mein Urheberrecht zu verteidigen wissen, bis ein vollständiges Honorar auf Basis der HOAI geflossen ist, von dem 8% an das Architekturbüro TeltscherTeam GbR abzutreten sind, da die Architekten Werner Teltscher, Ian Richardson und Frau Bauingenieur Schultz mir in diesem Umfang geholfen haben. (Zeitnahme)
Die Draufsicht zeigt das Gebäude ohne Dach. Wenn Sie auf das Bild klicken erhalten Sie eine vergrößerte Darstellung die das erste OG und Teile des EG zeigen.


Blick vom Vorplatz auf den Personaleingang. Das gesamte Gebäude steht in einer sogenannten "weißen Wanne" da sich der Bauort im Bereich von "Hangwasser" bzw. "drückendem Wasser" befindet. - Die alte Rettungswache zeigte trotz umfangreicher Drainvorkehrungen Feuchte und Schimmelpilz in den zum Hang liegenden Räumen. Die "weiße Wanne" führt das Wasser um die Wache herum bis in eine Drainrinne die zwischen Gebäude und Vorplatz angeordnet ist.
Die Tore im Bild sind noch nicht optimal da ich in ArchiCAD SE zeichnen musste. Die heutigen Sektionaltore sind wesentlich besser geeignet. Die Aussentür soll schon einen Architrav erhalten, jedoch nicht aus Glas sein. (Zeichnungsfehler)
Die Rundfenster dienen der Belichtung, Belüftung und sollen der Fassade auch einen leicht maritimen Eindruck geben, der wie die Kontrastfarbe blau auch gut zu einem Gebäude in Hamburg passt.
Die orangenen Rechteckvolumen entsprechen in Ihrem Maßen der aktuellsten Generation Rettungswagen vom Typ Sprinter RTW von Mercedes Benz.


Das Bild rechts zeigt die Rettungswache aus der Vogelperspektive. Gut zu erkennen sind die beiden Gebäudeteile. Die Fahrzeughalle (mind. 15°C) und das Aufenthaltsgebäude (mind. 19°C). Zonierung spart Heizkosten.
Die Fahrzeughalle verfügt über Oberlichter im Tonnendach. Das Licht fällt von oben direkt in dem Bereich hinter dem Fahrzeugen. Solche Oberlicher sparen viel elektrische Energie ein. Das Nebengebäude ist thermisch getrennt und dient dem Aufenthalt zwischen den Einsätzen. Ein Gründach auf dem Tonnendach isoliert zusätzlich und ist eine Geste des guten Willens. Das Krankenhaus hat sich ja auch für ein Gründach auf dem Gebäude für die elektrische Versorgung entscheiden. Das Krankenhaus wird von klugen Menschen geführt.
Wie Sie sehen ist die Maria-Merkert-Str. vollständig bearbeitet. Das heißt, gleichmäßige Neigung, eben in der kurzen Achse und korrekte Kanten. Strassen in 3D Geländemodellen erfordern viel Zeitaufwand. Auch die Hamburger Strasse ist korrekt bearbeitet. Die Zufahrtsstrasse zur Wache (Loddenallee) ist noch im Rohzustand. Dort habe ich bis zuletzt an einem Parkplatz gearbeitet der leider nur 7 der von den Rettungssanitätern gewünschten 11 Parkplätze enthält.


Blick vom der Zufahrtsstrasse Loddenalle auf die Rettungswache. Achtung, die Kamera in Archicad hat leider immer ein Weitwinkelobjektiv und läßt den Vordergrund überdimensional groß erscheinen. In der Planung ist die Straße mit einer Breite von 5 metern gerade breit genug das sich zwei Rettungswagen im Gegenverkehr begegnen können.
Die Verkehrplaner haben die von M+O haben einige Kurvenradien erweitert. Siehe Draufsicht, das ist Zeichnung 3 von oben. Dort ist der bisherige Strassenverlauf durch rote Grenzstäbe markiert. Ich habe die Zufahrtstrasse Loddenallee noch auf 5 meter verbreitert weil der "Parkplatzhügel" die Sicht nimmt und Unfälle zwischen Rettungswagen auf der Loddenallee verhindert werden sollen.
Der zweistämmige Baum im Vordergrund hat wahrscheinlich nur so lange Bestand bis die Wache den 6 ten Rettungswagen bekommt. Vielleicht erkennt man ja das es auch mit Baum vor dem Haus geht. Kostet aber 10 tel Sekunden.
Die Poller vor den Stützen zwischen den Toren sichern eine Laufgasse für Fussgänger und schützen die tragenden Bauteile des Gebäudes.


Erster Blick in die Rettungswache ! - Vieles sieht schon gut aus, aber Glastüren sind sicherlich nicht situationsadäquat. Vielleicht werden es F90 Türen werden.
Die Übersichtlichkeit und der einfache Aufbau werden für den Betrieb der Rettungswache von großer Bedeutung sein. Zwischen dem Wachleiterbüro und dem langen Gang gibt es eine Brücke, von der aus alles in Sicht- und Rufentfernung liegt. Hier schlägt das organisatorische Herz der Wache.
Im Einsatzfall können die spezialisierten Sanitäter aus Raum 4 und 6 als Team auf das Rettungsfahrzeug auf dem Stellplatz F zugeteilt werden. Es gibt eine Interne Telefonanlage. Aus dem Bett, die Stange runter, schwere Schuhe an und raus.
Die modernen RTW Fahrzeuge haben Ihren Auspuff mittig unter dem Fahrzeug direkt über der leistungsfähigen Absauganlage, die mit der Öffnung des Tores eingeschaltet wird und nach schließen den Tores noch lang genug weiter läuft.
Bisher sind nur Brüstungsgeländer eingeplant. Sollten Bedenken wegen des Brandschutzes bestehen, werden diese so weit wie notwendig hochgezogen.


Blick aus einem Fahrzeug von der Hamburger Straße aus. Ein Einwurf der sich in Zurückhaltung übt, und nicht mehr Raum und Höhe nimmt hat als er unbedingt braucht. Der Blick auf das Krankenhaus wird durch die niedrige Bauweise und den Parkplatz frei. Der Eingangsbereich des Krankenhauses nimmt nun auch auf dieser Seite Gestalt an. Kein Urwald mehr sondern wohl bemessene Form.
Die Fassade der Rettungswache zur Hamburgerstr. hin war nicht einfach. Es hat eine Zeit gedauert bis die Lösung gefunden war, um die lange Fassade sinnvoll zu strukturieren. Blaue Panellbleche mit Wärmedämmung über und unter die Fenster. Dazwischen ein Putz mit horizontalen Tieffugen die mit dem Pinsel blau ausgelegt werden sollen. Wichtig wird auch die Farbe, Form und Ausführung der Dachkante sein. Dafür empfehle ich ein Edelstahlblech das einer Fassade, die fast immer im Schatten liegen wird, etwas Glanz verleiht. Hochglanzpolierter sauberer Edelstahl.
Die Außenwand zur Hamburger Straße hin ist mit 500 mm Porenbetonstein bewußt stark dimensioniert, weil direkt dahinter die Schlafräume liegen. Hier müssen Fenster mit höchsten Schallschutzwerten zum Einsatz kommen um den Rettungssanitätern Schlaf zu ermöglichen. Die Drehkippfenster müssen sich gut öffnen lassen da Sie im Gebäudekonzept als Rettungsweg wichtig sind.


Erster Blick in das Nebengebäude für den Aufenthalt zwischen den Einsätzen. Im Obergeschoss befindet sich ein Fitnessbereich, weil die Rettungssanitäter gut trainiert sein müssen, um z. T. schwere Patienten auf die Bahre zu heben, und dann durch das Treppenhaus bis zum RTW zu tragen. Viele Rettungssanitäter haben Rückenbeschwerden, die zu einem vorzeitigen Ende der Berufstätigkeit führen können. Wir müssen für eine immer älter werdende Gesellschaft planen.
Im Obergeschoss befinden sich weitere Herren WC´s und Duschen. Im Bild fehlen noch die Geländer an der Galerie. Die Galerie ist ein bißchen verspielter Luxus, der das Leben schöner macht. Das wird ein Ort, wo man etwas abseits sitzen kann, um zu lesen. Wichtig ist, dass die Raumhöhe erhalten bleibt, damit viel Licht in den Aufenthaltsraum kommt. Die Rundfenster werden schöne Lichtpunkte in den Raum geben. Ein bißchen Auslauf an Regentagen tut auch gut. Da werden sich auch Standorte für Pflanzen und schöne Blicke mit viel Ruhe anbieten.
Im Erdgeschoss kann man schon die große Sitzecke und das große Mannschafts TV erkennen. Der Raum ist multifunktional nutzbar. Das ist ein Raum, in dem auch Schulungen und Fortbildungen für das Rettungspersonal stattfinden können.


Erster Blick in den Aufenthaltsraum im EG des Nebengebäudes. Der Sommerfall. Die Terrassentüren nach Süden sind voll geöffnet. - Im Winterfall sind alle Türen, die im Bild sind geschlossen, um die beiden Temperaturzonen zu realisieren.
Die Fahrzeughalle soll nur auf max.15°C geheizt werden. Der Aufenthaltsbereich soll 19°C warm sein. Im Bild fehlen Brüstungs- und Treppengeländer sowie die Konvektoren der Heizanlage. Die Ledersofas sind auch noch etwas zu luxoriös.
Wir blicken aus dem Fernseher in den Aufenthaltsraum durch die offenen Türen bis in die Tiefe der Fahrzeughalle. Die Rettungswache Reinbek hat eine Dimension und Ausstattung, die es ermöglicht, hier die Fortbildung von Rettungssanitätern stattfinden zu lassen. Die RTW Reinbek eignet sich wahrscheinlich als Lehr- und Ausbildungswache. Hier sind Ordnung, Übersichtlichkeit und Disziplin gewahrt.
Im EG befindet sich auch die "kalte Küche" wo die bis zu 30 Mitarbeiter Ihre Lebensmittel in kleinen Vorratsspinden lagern können, um sie dann in der "Warmküche" zuzubereiten. Die Küchen befinden sich rechts neben der Treppe und erinnern mich ein bißchen an eine Backpacker - Jugendherbergsatmosphäre.


Der 90° Blick von oben (ohne Dach) zeigt das 1. OG und Teile des EG. Nicht zu sehen sind hier die Funktions- und Lagerräume hinter den Fahrzeugen, unter den Schlafräumen. Dort befinden sich 8 Funktionsräume, die bis zur Innenkante der weißen Wanne etwas tiefer in den Berg hineinreichen. (Konstruktive Abstützung)
Sauerstofflager mit verschließbarem Innenraum, der Desinfektionsraum kann das gesamte Fahrzeug aufnehmen, 2 Lagerräume f. Medizinische Vorräte, Lagerraum für technisches Gerät, die Wäscheraum für Bettzeug und Berufskleidung und der Heizraum. (Für einen vollständigen EG Grundriss war leider keine Zeit mehr !?)
Personaleingang, langer Gang, 4 Schlafräume, Herren WC´s und Duschen, 6 Schlafräume, Damen WC und Dusche, Wachleiterschlafraum, Putzraum, Brücke z. d. Wachleiterbüros, Balkon, Fitnessraum, Herren WC´s und Duschen im 1 OG.
6 RTW und 2 NEF Stellplätze. - Wahlweise aber auch 7 RTW und 1 NEF. Die Tischtennisplatte und der Bestandsbaum zwischen den Toren wird vielleicht entfallen, wenn das 6te bzw. 7te RTW Fahrzeug in Dienst gestellt wird. Ich verbleibe in der Hoffnung eine sachdienliche Leistung abgeliefert zu haben.


Der Architekturentwurf zur Rettungswache Reinbek in Zahlen : (Der Entwurf ist in allen 3 Achsen veränderbar und kann für die Betriebswirte noch angepasst werden. Wie ich erfahren habe, ist der Entwurf 1.1.5 für die Mannschaft der Rettungswache Reinbek schon sehr gut dimensioniert. Die Mannschaft wünscht sich noch 4 Parkplätze und einen Duscheraum im EG um nach einer Kontaminierung nicht die ganze Wache zu verseuchen, sondern auf dem kurzem Weg wieder sauber zu werden. Die Entscheidungen trifft der langfristige Hauptmieter, der Verbund Stormarn.)
Die Zahlen : Zufahrtsstrasse Loddenallee & Vorplatz 670 qm, Parkplatz mit Zufahrt 260 qm, Gesamtfläche Weiße Wanne 1.351 qm (mittlere Wandhöhe 2,4 m) Bruttogeschoßfläche EG 961 qm, Bruttogeschossfläche 1 OG 562 qm, Höhen im Hauptgebäude EG 3,3 m und 1 OG 3,3 m, Höhen im Nebengebäude EG 2,4 m und 1 OG 2,8 m, Dachfläche 1.169 qm (davon begrünt 167 qm), 8 Oberlicher, 2 Treppen, 6+2 Tore, 11 Aussentüren, 37 Innentüren, 26 Rechteckfenster, 11 Rundfenster, Absauganlage mit 6+2 Einzügen, Heizungsanlage für 2 Temperaturzonen, Brüstungs- und Treppengeländer, Sanitär-Objekte, elektrische Anlage, Telefonanlage, Büro-, Schlaf-, Küchen- und Sitzmöbel. - Hebel Porenbetonsteine, gebogene Stahlträger, Trapezblechdach, Bodenb.. Es handelt sich hier um eine ganz grobe Auflistung die erste Flächen, Volumen und Mengen angibt, um die Rettungswache grob kalkulieren zu können. Verbindlicher Gruß Dipl. Ing. V. Goebel.
